Test: Nissan Juke NISMO RS

Montag, 11:52 Uhr, A96 zwischen München und Memmingen:
Langsam aber sicher füllt sich die Windschutzscheibe des Nissan Juke NISMO RS mit Regentropfen und es lässt sich nicht mehr leugnen, dass es das wohl gewesen war mit dem verfrühten Frühlingseinbruch…

Die ersten beiden Moderationen für den Test sind im Kasten und draußen ist auf einmal alles grau in grau. Und so kommt es, dass ich jetzt hier sitze und mich tatsächlich mal in „schwarz auf weiß“ ganz ohne Filter, Effekte, Blenden oder theatralischer Musik versuche. Wünscht mir viel Glück!

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Der neue Nissan Juke NISMO RS, den es seit Ende Januar beim Händler zu bestellen gibt, ist umfangreich überarbeitet worden. Ein NISMO-Modell vom Juke gab es nämlich schon – allerdings ohne das Kürzel RS am Ende – und das macht wohl tatsächlich einen Unterschied. Der neue NISMO RS leistet jetzt 218 PS aus einem 1.6 Liter Turbo-Benziner. In der von mir gefahrenen Version mit 6-Gang Handschaltgetriebe stemmt der Motor ein Moment von 280Nm. Das sind 30Nm mehr als beim nismo ohne RS und interessanterweise ebenso 30Nm mehr als beim NISMO RS mit Allrad und 8-Gang-Automatik. Das ist nämlich übrigens die andere Variante, in der man den Über-Juke jetzt ordern kann.

Mit handgeschalteten 6-Gängen und Fronttrieb soll er in 7,0 Sekunden auf 100 beschleunigen, in der Allrad-8-Gang-Automatik-Version benötigt er eine ganze Sekunde mehr.

Bleiben wir doch gleich beim Thema Antrieb: Der Motor ist spritzig und agil, nur sparsam kann er nicht so recht. Dafür kommt der neue nun auch mit einer mechanischen Differentialsperre daher, zumindest in der 2WD-Version. Und das ist auch bitter nötig. Der Turbo-Benziner, der übrigens auch eine sehr ausgeprägte Turbo-Charakteristik aufweist, schiebt nämlich ab etwa 3000 Umdrehungen ganz schön vorwärts und zumindest bei nasser Fahrbahn, die ich heute zu Genüge unter mir hatte, ist er mit Frontantrieb doch des öfteren schwer am Kämpfen die Leistung auch auf eben diese zu übertragen. Wenn man dann mal etwas sportlicher um die Kurven räubert, muss man kein Profi zu sein um den enormen Nutzen der Sperre zu bemerken.

Das Fahrwerk ist, obwohl nicht aktiv geregelt, meiner Meinung nach unglaublich gut gelungen. Die Dämpfer sprechen sehr gut an, der Wankwinkel im Grenzbereich ist gering und trotzdem bleibt genügend Restkomfort. Da gibt’s nichts zu meckern. Der Sound ist – vor Allem wenn der Motor und die Abgasanlage mal auf Betriebstemperatur sind – schön bassig und sportlich, aber bei weitem nichts besonderes.

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Das Außendesign des NISMO RS polarisiert, aber das wundert kaum, denn schon der Juke in seiner zahmen Version ist alles mögliche, aber sicherlich nicht langweilig oder gewöhnlich. Es gefällt also entweder, oder eben nicht. Oder man macht es wie ich: Ich weiß nicht so recht, aber er ist nicht wie alle, also find ich das gut.

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Im Innenraum gehts schön sportlich zu. Da hat Nissan wirklich keine Zweifel aufkommen lassen, dass auch der Juke ein waschechter NISMO ist. Exzellente Sport-Schalensitze von Recaro mit Veloursleder (aufpreispflichtig!), ein sehr griffiges Sportlenkrad im gleichen Design mit Mittenmarkierung, ein böse roter Drehzahlmesser im Kombiinstrument und wo man nur hinschaut rote Ziernähte. Die Verarbeitungsqualität ist dabei trotz viel Kunststoff vergleichsweise wertig. Das gefällt.

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Zu haben ist der Nissan Juke NISMO RS ab 28.200€ oder als 4×4 mit Automatik ab 31.000€. Unser Testwagen mit den Recaro-Sitzen und RS Technology Paket (360° Around View Monitor, Rückfahrkamera, Assistenzsysteme und Xenon-Scheinwerfer) brachte es gerade mal auf etwas über 30.000€ – das finde ich fair.

Fazit: Irgendwie macht er Spaß, ist erstaunlich kompromisslos und das genaue Gegenteil von einem Golf. Braucht kein Mensch, aber will man doch haben, weil er eben nicht ist wie die anderen. Das ist dann wohl das NISMO-Gen.

 

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