Roadtrip: Mit dem VW T5 California zum Autosalon nach Genf

Was, das Hotel soll 250 Franken die Nacht kosten? Ein Franken entspricht einem Euro? – #läuftbeiuns.
Müssen wir denn unbedingt nach Genf auf den Autosalon? hmmm…
Fünf Stunden Fahrt, das könnte auch an einem Tag gehen, wenn nicht am Vorabend der Konzernabend der VW Group wäre…

Hilft ja nichts, wir brauchen einen Plan.
Apropos VW, da gibt’s doch den T5 auch als fahrendes Zuhause.
Gut, Campen im Winter ist vielleicht nicht der einfachste Einstieg in die Welt der Pfadfinder und Überlebenskünstler, aber einen Versuch ist’s wert. Wir mögen schließlich Autos und in Genf ist bestimmt schon fast Sommer.

Also kurzerhand bei VW angerufen und mal freundlich nach dem Wohnmobil gefragt und ein paar Tage später stand glücklicherweise der silberne Kleinbus vor der Tür.

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Na gut, so schwer kann Campen ja wohl nicht sein. Also Schlafsäcke in den T5 geworfen, Kühlschrank bis obenhin aufgefüllt und die Standheizung auf Funktion überprüft. Läuft, los geht’s bei strömenden Regen Richtung Genf.

Simon fährt, ich mache mich mal mit dem Auto vertraut: Wir haben einen T5 in der Ausstattungslinie California mit 4 Sitzen und mit etwas Umbauarbeiten 2 vollwertige Betten mit 1,10 * 2,00 m unten und 1,50 * 2,00 m unter dem Aufstelldach. Mit an Bord sind Klimaautomatik für vorne und hinten getrennt, Allradantrieb, Navigation, Xenonscheinwerfer, Rückfahrkamera, Kühlschrank, Gaskochfeld, Frischwassertank, ein Tisch und sogar ein kleiner Schrank mit Kleiderstange. Zudem unzählige Stauräume und Leselampen, ein Camping Tisch für draußen, der sich in der Schiebetür verstauen lässt, und dazu passend zwei Campingstühle, die auf Wunsch in der Heckklappe verschwinden. Also doch dem üblichen Hotelzimmer recht ebenbürtig…

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Kühlschrank

Unterwegs hab ich mich dann mal nach hinten verdrückt und musste erstaunt feststellen, dass es sich direkt neben der Minibar am Klapptisch sehr entspannt mit dem Laptop arbeiten lässt. Allerdings erst exakt ab der Schweizer Grenze. Davor war das mobile Internet nämlich eine Zumutung, ab dem Bodensee konnten wir aber bis Genf ununterbrochen (!!!) mit 3G oder LTE arbeiten. Davon könnte sich Deutschland sehr gerne mal eine Scheibe abschneiden.

Während der Fahrt funktioniert die eingebaute 230V-Steckdose übrigens problemlos um z.B. den Laptop zu laden. Für unsere extra eingepackt Kaffeemaschine hat es aber leider nicht gereicht.

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Kurzer Fahr-Check: Das Fahrwerk federt recht komfortabel, das DSG schaltet unauffällig bis in den siebten Gang, das Bedienen fällt VW-typisch leicht und alles ist an seinem Platz. Ein unserer Meinung nach must-have im T5 ist der side-assist, der in kaum einem anderen Auto so hilfreich scheint wie in diesem Kleinbus, nicht zuletzt wegen der recht verbauten Sicht nach hinten. Der Verbrauch des 2.0 Liter Turbodiesels fällt mit etwa 8 Litern für diese Fahrzeugklasse erstaunlich gering aus.

Nach etwa 4 Stunden Fahrt hatte das Wetter es langsam etwas besser mit uns gemeint und wir machten einen kurzen Stop am Lac de Neuchâtel um die Campingausrüstung und das Aufstelldach mal eben zu testen.

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Nach 5 Stunden entspannter Fahrt auf der Schweizer Autobahn mit Tempomat 125 km/h sind wir auf unserem Campingplatz  angekommen und kaum hängt man den T5 an das örtliche Stromnetz, schon funktioniert auch die Kaffeemaschine… Wunderbar, dann kann die erste Nacht „im Freien“ für uns zwei Überlebenskünstler ja beginnen. Ab zum Konzernabend mit dem Taxi…

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„In welches Hotel darf ich Sie shutteln?“ – „Auf den Campingplatz am Flughafen bitte“ – Ja, der Fahrer hat zwar etwas seltsam geschaut, aber nach wenigen Minuten waren wir zurück an unserem fahrbaren Hotel. Standheizung auf Stufe 3, Aufstelldach ausgefahren und Schlafsäcke ausgerollt. Ich geh dann mal nach oben, Simon bleibt eine Etage tiefer im in 3 Minuten umgeklappten Bett. Da wir recht müde waren und früh raus mussten dauerte es auch nicht lan…..tss….tsssss…..

Der Wecker klingelte viel zu früh: Erste Feststellung: oben ists sau kalt, unten fast zu warm. Durch die kleine Öffnung gelangt im Winter leider zu wenig Wärme nach oben, was sicherlich durch eine höhere Einstellung der Standheizung kompensiert werden hätte können, dann hätte Simon unten aber in der reinsten Sauna geschlafen. Durch das Zelt-artige Obergeschoss gelangt einfach auch zu viel Kälte von draußen nach innen, also sollte man dieses doch eher erst ab etwas wärmeren Temperaturen als Schlafplatz nutzen.

Macht nichts, wir leben beide noch. Kurz auf dem Campingplatz geduscht, Kaffee gemacht und innerhalb weniger Minuten das Minihotel wieder zusammengeklappt. Auf gehts zum Autosalon.

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Gegen Abend haben wir unser Lager auf dem Parkplatz des Autosalon wieder abgebrochen und uns auf den Heimweg gemacht.

Unser Fazit zum T5 California:

Im normalen Alltagsbetrieb unterscheidet er sich bis auf das etwas höhere Gewicht kaum von seinen Brüdern mit anderen Ausstattungslinien. Wenn es dann aber drauf ankommt, hat man immer ein kleines Wohnmobil dabei. Viele nutzen den California also wahrscheinlich im Alltag als kultigen Kleinbus und für 4 Wochen im Jahr wird die „Camper Unit“ im Dachhimmel aktiviert, der Kühlschrank auf Temperatur gebracht und das Aufstelldach ausgefahren. Für diese Flexibilität zahlt man dann zwar etwas mehr, aber es muss nicht gleich ein extra Wohnmobil oder Wohnwagen her.

Wir sind überzeugt und gespannt auf den Nachfolger, der T6 soll ja bald kommen…

 

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